30.000 NRW-Radler bewerten ihre Städte: Münster erneut Sieger im ADFC-Fahrradklima-Test

18.02.15
Kategorie: Aktuelles, Presse

Eher ernüchternd bewerten die nordrhein-westfälischen Radler das Fahrradklima im Land; Das Ergebnis zeigt sich breit gefächert zwischen den Bewertungen von gut bis schlecht. Auch in den führenden Städten fallen die Benotungen für die Radfahrbedingungen in NRW wie bundesweit nur mäßig aus. Lichtblicke sind eher dünn gesät.

[Düsseldorf] Bundesweit beantworteten 100.000 Radfahrer, davon 30.000 aus NRW, die 28 Interviewfragen. Deutschlandweit haben 468 Städte und Gemeinden die notwendige Teilnehmerzahl erreicht und konnten so in die offizielle Wertung kommen.137 dieser Kommunen liegen in NRW, fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren.

An die Spitze der großen Städte in NRW (>200.000 Einwohner) setzen die befragten Radfahrer Münster (auch bundesweit Platz 1!), gefolgt von Oberhausen und Bielefeld. Am unteren Ende liegen Köln, Bochum, und Mönchengladbach. Wuppertal, beim letzten Test 2012 bundesweites Schlusslicht, hat sich hingegen um sieben Plätze hochgearbeitet und verbesserte sich bei den großen Städten mehr als alle anderen Städte. "Wuppertal hat sich die rote Laterne von 2012 zu Herzen genommen und nach der Decke gestreckt", kommentierte ADFC NRW-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann das Ergebnis, "und das honorieren Radler auch."

Bei den "kleinen Großstädten" (100.000 - 200.000 Einwohner) bilden Hamm, Paderborn und Herne das Spitzenfeld. Sie gehören auch bundesweit zu den TOP 10 ihrer Größenklasse. Mit Remscheid, Bergisch Gladbach und Schlusslicht Hagen kommen auch die Städte mit dem größten Verbesserungsbedarf aus Mittelgebirgsstädten ohne Fahrradtradition.

Bei den kleineren Städten (50.000 - 100.000 Einwohner) schafften es Bocholt, Wesel und Ibbenbüren unter die ersten vier Plätze. Am anderen Ende der Liste, bei den Städten Menden, Siegen und Lüdenscheid zeigt sich wieder, dass Radverkehrsförderung im Mittelgebirge besonders anspruchsvoll ist.

Besonders hervorzuheben ist die neue und kleinste Stadtgrößengruppe (<50.000 Einwohner), in der sich sieben Städte aus NRW unter den TOP 10 ihrer Größenklasse befinden: Reken, Rhede, Wettringen, Heek, Vreden, Dülmen und Meckenheim.

Insgesamt weisen die beiden Kategorien der kleineren Städte (50.000 -100.000 und <50.000 Einwohner) bessere Ergebnisse auf als die der größeren Städte. Die besten Schulnoten über alle Einwohner-Größenklassen bundesweit erhielten Reken und Bocholt. Die NRW-Spitzenreiter der verschiedenen Größenklassen liegen alle in der Region Münsterland/Niederrhein. Offensichtlich strahlt hier die niederländische Fahrradkultur über die Landesgrenze. Das Ergebnis zeigt: Wo Fahrradfahren selbstverständlich ist, da fühlen sich Radfahrer wohl.

Unter dem Strich sehen die Alltags- und Gelegenheitsradfahrer in fast jeder Stadt noch einen erheblichen Handlungsbedarf. Die Mehrzahl der Fahrradklima-Test Teilnehmer fühlt sich beim Radfahren nicht sicher. Es gibt also für das Land wie für die Kommunen noch eine ganze Menge zu tun. Das Beispiel "Wuppertal" zeigt, dass die Städte, die in den vergangenen Jahren mit Nachdruck den Radverkehr gefördert haben, auch bessere Bewertungen erhielten.

Besonders genervt sind Radfahrer von Störfaktoren auf ihrem Weg und, dass sie mit unkomfortablen Lösungen abgespeist werden. Hierzu gehören das geduldete Parken auf Radwegen, ungeeignete Ampelschaltungen, fehlender Herbst- und Winterdienst für Radwege und abrupte Unterbrechungen durch Baustellen. Genau diese Punkte erfordern keinen Umbau der Städte und Gemeinden, sondern nur eine Veränderung im Betrieb. "Städte und Gemeinden könnten von daher schon kurzfristig und mit wenig Aufwand zu einer wirkungsvollen Verbesserung des Fahrradklimas beitragen," so der ADFC NRW-Vorsitzende.

Der Fahrradklima-Test wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans.

Hinweis: SPERRFRIST: 19.02.2015, 11:00 Uhr

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Städteranking Fahrradklima-Test 2014

 

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