25 Jahre Radstationen: Von der Radstation zur Mobilstation

15.03.17
Kategorie: Aktuelles

Quelle: Horschler Kommunikation GmbH






Vor 25 Jahren eröffneten die ersten Radstationen in NRW. Die Radstation am Bahnhof Lünen war die erste, die Radfahrern Service und sicheres Parken bot und gleichzeitig Arbeitsplätze für bis dahin Langzeitarbeitslose schuf. Im Kreis Unna haben sich die Radstationen weiterentwickelt und sind wichtige Verknüpfungspunkte zu Bus, Bahn und Pkw geworden. Betrieben vom AWO-Tochterunternehmen DasDies GmbH verstehen sie sich heute als Schnittstelle der Nahmobilität auf dem Weg zur Mobilstation.

So sind die Radstationen heute wichtige Motoren im Konzept des Kreises, das allen Menschen die Möglichkeit geben soll, „Flexibel UNterwegs“ zu sein. Eine Erfolgsgeschichte, die ohne die Förderung und die Zusammenarbeit mit den Standortkommunen, dem Kreis Unna, dem NWL, aber auch mit dem Verkehrsunternehmen des Kreises, der VKU, dem LWL, dem Jobcenter und anderen Partnern nicht denkbar gewesen wäre. Anlass genug für eine Feierstunde am 31.3.2017 im Festzelt am Bahnhof Lünen.
Hier, wo bald die älteste Radstation rundum erneuert wird, wollen die Träger und Partner in einem bunten Rahmen zudem einen Ausblick in die Zukunft der Mobilität geben wird. Der Kreis Unna, die Radstationen und die DasDies Service GmbH laden ein, mit zu feiern und die Wege in die Zukunft zu öffnen.

Hintergrund:
Bei der Einrichtung von Radstationen war und bleibt der Kreis Unna Vorreiter: Die erste Station in ganz Nordrhein-Westfalen wurde in Lünen eingerichtet. Heute verfügt der Kreis mit acht Stationen und rund 1.400 Parkplätzen über das bundesweit dichteste Netz solcher Serviceknoten für Fahrradfahrer. Stand zu Beginn das bewachte Parken und die Beschäftigung von arbeitslosen Menschen im Vordergrund, so haben sich die Stationen jetzt zu „leistungsfähigen Schnittstellen für einen starken Umweltverbund“ entwickelt, sagt das NRW-Verkehrsministerium.

Treiber für die Einrichtung war das Programm „100 Fahrradstationen in NRW“. Zudem waren es die Aktiven vor Ort: In der Arbeiterwohlfahrt fand die Fahrradlobby aus den Kommunen des Kreises einen engagierten Partner, der den Aufbau von Radstationen mit den damals noch gut ausgestatteten Fördermitteln für die Beschäftigung und Qualifizierung von arbeitslosen Menschen verband. 13 Stationen arbeiteten 2011 im Kreis Unna, zum Vergleich: 91 Radstationen gab es bundesweit, davon 64 in NRW.

Die Kürzungen in der Arbeitsmarktförderung bedrohten das Erfolgsmodell.Einem wachsenden Bedarf an Radstationen als Schnittstellen im Verkehrs- und Umweltverbund standen fehlende Ressourcen für eine entsprechende Aufwertung entgegen. Als Resultat wurde eine Kooperation entwickelt, die landesweit Vorbildcharakter hat: Der Kreis Unna und die jeweiligen Standortkommunen decken jeweils zu 50 Prozent die Kosten der Radstationen, die nicht durch Einnahmen zu erwirtschaften sind. Erfolg:

Weit über 16.000 Kunden, acht Prozent mehr als im Vorjahr, nutzten im Jahr 2016 die Radstationen, jeder zweite nahm das Serviceangebot für Reparaturen und Wartung in Anspruch. Alle Stationen sind mit einem 24-Stunden-Parkservice per Chip ausgestattet.  Neben dem Park-angebot haben die Kunden einen qualifizierten Wartungs-Service, die Gepäckaufbewahrung in sicheren Schließfächern, Radcodierung und Radreinigung sowie Informationen zum jeweiligen Standort und zu den Radtouren der Region.

Zudem steht eine Leihradflotte von 50 konventionellen Tourenrädern und 30 modernen Pedelecs bereit. Diese können online gebucht und bezahlt werden. Neben der Aufgabe im Nahverkehr bleiben die Radstationen wichtige Akteure im sozialen Arbeitsmarkt.  Sie schaffen Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen. In den Radstationen der DasDies sind 19 Fachkräfte im weiter wachsenden Mobilitätssektor dauerhaft beschäftigt.

Über die Hälfte sind Menschen mit Behinderungen.17 waren zuvor als Langzeitarbeitslose auf Transferleistungen angewiesen. Jetzt kümmern sie sich um jährlich rund 30 erwerbslose Menschen, die über Arbeitsgelegenheiten oder Sonderprogramme zur sozialen Teilhabe einen Wiedereinstieg in eine Beschäftigung suchen.

Inzwischen läuft auch wieder ein Ausbau der Infrastruktur: In Schwerte wurde als Filiale der Radstation im Bahnhof ein hochmodernes Glasparkhaus für Räder auf dem Bahnhofsvorplatz eröffnet. In Bergkamen und Werne sind personell nicht gestützte Parkstationen mit Chipzugang eingebunden. Und in Lünen wird die völlig überbuchte Radstation jetzt komplett modernisiert und erweitert. So wird das Erfolgsmodell Radstationen fortgeschrieben. Der weitaus größte Teil dieser Radstationen liegt an Bahnhöfen und bietet damit beste Voraussetzungen für die kombinierte Nutzung von Bahn und Rad. Radstationen und Bahnhöfe stellen eine ideale Verbindung für eine umweltfreundliche Mobilität dar.

Die Bahnhöfe sind leistungsfähige Knotenpunkte im regionalen aber auch nationalen Reiseverkehr. Stammkunden wie Tagestouristen finden hier einen Taktverkehr in die direkt angrenzenden Kommunen wie auch in die Landeshauptstadt Düsseldorf oder direkt nach Berlin. In rund drei Stunden ist etwa die Bundeshauptstadt erreicht. Die meisten Züge bieten die Mitnahme von Fahrrädern an – eine ideale Kombination, die zunehmend Nutzerinnen und Nutzer überzeugt.

Sowohl die Abstellmöglichkeit als auch das Ausleihen von Fahrrädern sind die zentralen Angebote der Radstationen. Daneben offerieren die Radstationen im Kreis Unna zahlreiche weitere Serviceangebote:

Fahrradreinigung, Durchführung von Reparaturen, Vermietung von abschließbaren Schränken, Informationen zu Radrouten sowie Radwanderkarten, Informationen über touristische Angebote und Sehenswürdigkeiten.

Für Besucherinnen und Besucher des Kreises steht hier eine breite Palette von Leihfahrrädern bereit: Diese reicht von Citybikes über Elektroräder, Rikschas bis hin zu Therapierädern für Menschen mit Handicaps. Hinzu kommen Radhotels, die Fahrradtouristen an den regionalen Routen preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Im Fahrradmuseum können sich alle Interessierten über die Entwicklung des Drahtesels informieren.

Zu den Radstationen im Kreis Unna

Zum Programm der Jubiläumsfeier am 31.03.2017 in der Radstation Lünen

Zu den Radstationen in NRW


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