Autofreie A 40: Längstes Fahrradmuseum der Welt

24.02.10
Kategorie: Still-Leben A40, Presse

Ruhr.2010: Sieben ADFC-Infopunkte zwischen Duisburg und Dortmund

Düsseldorf. Wenn im Radio die Hymne „Komm zur Ruhr“ von Herbert Grönemeyer erklingt, spürt auch der Letzte, dass im Ruhrgebiet Großes passiert. Die Fieberkurve steigt nicht nur an der Ruhr, auch im ADFC Nordrhein-Westfalen krempeln die Aktiven die Ärmel hoch, um dabei zu sein, wenn am Sonntag, 18. Juli, unter dem Namen „Still-Leben“ die A 40 quer durch das Ruhrgebiet für Autofahrer gesperrt wird. Der ADFC wird dabei ganz groß auf sich aufmerksam machen – mit sieben großen Infopunkten an Autobahnauffahrten zwischen Duisburg und Dortmund, die zusammen das längste Fahrradmuseum der Welt bilden werden.

Werner Wülfing kennt aktuell nur noch ein Thema: Ruhr.2010, Still-Leben auf der A 40 und das längste Fahrradmuseum der Welt. Das ehrenamtliche Landesvorstandsmitglied koordiniert alle Aktivitäten in Sachen Still-Leben und hat damit alle Hände voll zu tun. Sieben große ADFC-Infopunkte sind direkt an der Autobahn in bester Lage geplant, wo sich nicht nur der ADFC selbst vorstellen wird und Pannendienste angeboten werden. Dort können sich Radfahrer ausruhen, Kontakte knüpfen und sich über spezielle Fahrradthemen informieren. Über die Geschichte des Fahrrades, über die Geschichte der Radwege, über Fahrradschulen in NRW und natürlich 30 Jahre ADFC.

Betrieben werden die sieben Infopunkte von den ADFC-Kreisverbänden im Ruhrgebiet, möglichst in Partnerschaft mit einem zweiten Kreisverband. Dabei gibt es auch schon die ersten Partnerschaften mit Kreisverbänden aus dem Rheinland und Westfalen. „Die Aktiven freuen sich schon riesig“, fasst Wülfing die Stimmung zusammen. Schon in vielen Kreisverbänden hat er die Pläne vorgestellt und große Begeisterung geerntet. „Die Menschen sind ganz gespannt, auf der A 40 zu fahren und Hunderte von ADFC-Mitgliedern aus dem ganzen Land zu treffen.“

Zahlreiche Kreisverbände haben bereits Touren am 18. Juli ins Ruhrgebiet angemeldet, so dass es landesweit eine Sternfahrt zur A 40 geben wird. Natürlich steht und fällt die Präsentation des ADFC entlang der A 40 mit der Bereitschaft der Mitglieder, sich einige Stunden zu engagieren. Etwa beim Pannendienst, bei der Selbstdarstellung des ADFC oder bei der Betreuung von Radfahrern und Mitgliedern. Als Dankeschön gibt es für alle Aktiven ein exklusives und hochwertiges ADFC-T-Shirt, das extra für Still-Leben gestaltet wird.

Höhepunkt der ADFC-Planungen ist die Idee eines Fahrradmuseums, das in Duisburg mit einem Blick auf die Anfänge des Fahrrades beginnt und in Dortmund mit einem Blick in die Zukunft des elektromobilen Radfahrens schließt. Für das ehrgeizige Projekt hat der ADFC zahlreiche Partner gewonnen, unter anderem das Deutsche Fahrradmuseum in Brückenau bei Fulda, die Arbeitsgemeinschaft der Fahrradfreundlichen Städte Gemeinden und Kreise in NRW, den Liegeradverband HPV und die Arbeiterwohlfahrt.

Die hessischen Museumsmacher packen am 18. Juli ihre schönsten Räder ein, um den über eine Million Besuchern die Geschichte des Fahrrades zu erzählen. So werden am Ausgangspunkt in Duisburg am Autobahnkreuz Kaiserberg die ältesten Schmuckstücke des Museums ausgestellt, darunter Lauf- und Hochräder aus dem 19. Jahrhundert.

Der Wunsch nach Schnelligkeit und nach der immer perfekteren Rennmaschine ist Thema der zweiten Museumsstation in Oberhausen. Und weil Kinder gerne Rennen fahren, ist dort auch das große ADFC-Kinderland untergebracht mit der Möglichkeit von Rollerrennen.

Die Geschichte der Radwege, die es auch mal entlang der A 40 gab, bevor sie für die Verbreiterung der Autobahn geopfert wurden, erzählt das Fahrradmuseum an der dritten ADFC-Station in Mülheim. Da auch der ADFC längst selbst Geschichte geschrieben hat, ist die Vorstellung der 30-jährigen ADFC-Entwicklung von seiner  Gründung in Dortmund bis zum größten Fahrradfestival anlässlich der Ruhr.2010 das Thema der vierten Station in Essen am Dreieck Ost. Die Fahrradschulen der ADFC-Kreisverbände Düsseldorf und Münster stellen ihre Arbeit an der Auffahrt Gelsenkirchen/Bochum-Wattenscheid vor, der fünften Station.

In Höhe des Bochumer Ruhrstadions wird der ADFC an der sechsten Station die aktuell schnellsten Räder der Welt präsentieren – Liegeräder versteht sich. Der Verband der Liegeradfahrer HPV und Liegeradspezialist Hase Bikes werden eine große Auswahl der schnellen und bequemen Flitzer an der Autobahn ausrollen. Schlusspunkt des längsten Fahrradmuseums der Welt soll in Dortmund der Blick in die Zukunft sein. Gemeinsam mit ExtraEnergy e. V. aus Tanna und der Arbeiterwohlfahrt Kamen erhalten die Besucher der A 40 einen Überblick von elektrisch unterstützten Behindertenrädern und der aktuellen Pedelec-Modelle, die seit 2009 einen ungeheuren Boom erleben.

Rund 140.000 Pedelecs wurden im vergangenen Jahr in Deutschland abgesetzt. Die leichten Fahrräder sind mit einem Elektromotor ausgestattet, der sich beim Treten in die Pedale zuschaltet, aber im Gegensatz zum E-Bike den Antrieb nicht alleine übernimmt. Die Pedelecs sind damit echte Fahrräder, die sich allerdings vor allem an Radfahrer richten, die einen Motor nur für Steigungen oder bei Gegenwind benötigen, sonst aber lieber selbst treten.

Dass das Fahrrad am 18. Juli das beste Verkehrsmittel auf der A 40 sein wird, versteht sich bei 1,5 Millionen erwarteten Besuchern von selbst. Wer mit dem Zug ins Ruhrgebiet reisen will, wird jedoch im Ruhrgebiet selbst auf die Fahrradmitnahme verzichten müssen. Aufgrund des großen Andrangs warnt die Bahn vor der Fahrradmitnahme an diesem Tag. Besser dürfte deshalb die Anreise per Sternfahrt mit dem eigenen Kreisverband sein oder die Anreise per Bahn bis zum Rand des Ruhrgebiets.

Aktuelle Informationen, insbesondere zur Anreise und zu weiteren Angeboten des ADFC finden sich auch auf der neu gestalteten Internetseite des ADFC Nordrhein-Westfalen unter www.adfc-nrw.de. Wer am 18. Juli mithelfen will, kann sich weiterhin melden – am besten per E-Mail unter Still-Leben2010(..at..)adfc-nrw.de. Gruppen, die Sternfahrten oder andere Aktionen anbieten möchten, melden sich ebenfalls unter oben genannter Adresse.                                    (axe)

Hinweis an die Redaktionen: Die Grafik wird es in Kürze in einer Endfassung geben und kann wie das Foto in diesem Beitrag kostenlos genutzt und angefordert werden bei Axel Mörer-Funk unter presse(..at..)adfc-bonn.de

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