Mit etwa 4 % Steigung bzw. Gefälle stellt die ehemalige Straßenbahntrasse eine gut fahrbare Verbindung zwischen der Wupper im Dreistädte- Eck und Solingen dar.
Zwischen dem oberen Ende der Bahntrasse und der Korkenziehertrasse wurde eine landschaftlich schöne Verbindung geschaffen. Dieser Aussichtspunkt lädt zum Verweilen ein...
...und bietet einen Rundblick auf die Hochlagen der drei Bergischen Großstädte (hier Blickrichtung Solingen)
Im Zedernweg geht es durch ein kleines Bachtal kräftig bergauf

Solinger Bergbahn

 

aktualisiert April 2012

Die bekannteste kleine der Bergischen Bahntrassen ist die alte Strecke der Ronsdorf- Müngstener Eisenbahn aus dem Tal der Wupper bei Müngsten hinauf nach Solingen. Sie hat im Bergischen Trassenverbund eine wichtige Rolle, führen doch alle denkbaren Fortsetzungen von der Korkenziehertrasse nach Süden über die etwa 4 km lange Strecke.

Geschichte

Die Ronsdorf- Müngstener Eisenbahn war eine Kleinbahn für Güter- und Personenverkehr. Sie wuchs vom Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, um vom 1. bis zum 2. Weltkrieg stückweise wieder stillgelegt zu werden. Die Gesamtstrecke verband das Südende der Barmer Bergbahn am Toelleturm über Lichtscheid, Ronsdorf und das Morsbachtal bei Müngsten und dann hinauf nach Solingen-Krähenhöhe. Da große Abschnitte der Strecke auf der Straße verliefen, findet man heute nur noch wenige Spuren des alten Schienenwegs, vor allem im Bereich Ronsdorf zwischen den Ronsdorfer Anlagen  über die Krim bis zum Stadtbahnhof sowie auf dem nun genutzten Abschnitt von Müngsten bis Krähenhöhe. Dabei war dieser Teil der Trasse übrigens noch nicht einmal 10 Jahr in Betrieb. Eröffnet 1908 wurde sie schon im 1. Weltkrieg 1917 wieder stillgelegt. Auf diesem Abschnitt fand auch überwiegend Personenverkehr statt, mit etwa 4 % Steigung war sie für den Gütertransport einfach zu steil. Die Bahn fuhr auf Gleisen der Meterspur, Güterwagen aus dem Schienennetz der überregionalen Eisenbahn mussten daher auf andere Fahrgestelle umgesetzt werden. Auf Grund der nie existierenden Wirtschaftlichkeit hatte die Bahn keine Chance, auch das Fahrgastpotential in der eher dünn besiedelten Region war gering. So wurden die Strecken dann auch nur im Bereich Ronsdorf- Barmen noch als Straßenbahnstrecken betrieben, aber auch hier war schon lange vor dem allgemeinen Ende der Straßenbahnen in Wuppertal Schluss.

Die Radstrecke

Im Laufe der Zeit fast vergessen, wurde die Trasse als Wanderweg genutzt. In den letzten Jahren schielten auch die Radfahrer auf die Verbindung, aber der raue Untergrund machte wenig Spaß. Im Rahmen des Bergischen Trassenverbunds wurde aber dann mit Restmitteln der Regionale 2006 im Sommer 2010 die Strecke fahrradtauglich gemacht. Die gleichzeitig ausgebaute Verbindung zur Korkenziehertrasse bietet einen wunderschönen Ausblick auf das Bergische Städtedreieck.

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2,35 km, Anstieg 23 m, Abfahrt 111 m

Die Verbindung ist von der Korkenziehertrasse bis Müngsten und umgekehrt mit dem System der NRW-Radwege ausgeschildert.

Der Untergrund der Strecke wurde mit einem Schotterbelag plus Feinschicht versehen. Leider war die Oberfläche schon wenige Wochen nach der Eröffnung recht angegriffen. Hierzu beitragen dürften kräftig die nach der Zahl der herumliegenden Pferdeäpfel zu urteilen nicht gerade seltenen Pferde.

In der Karte sind neben der Strecke über die alte Straßenbahntrasse auch die Verbindung zur Korkenziehertrasse und die Fortsetzungen Richtung Burg eingezeichnet.

© Stadt Solingen- Wir danken der Stadt Solingen für die Erlaubnis zur Nutzung der Karte. Die ursprüngliche Bahntrasse umfasst den Abschnitt westlich der B 229 und der Spitzkehre an der Eisenbahnüberführung der noch existierenden Schienenverbindung der RB 47. Auch enthalten auf dieser Karte sind die Fortsetzungen in Richtung Korkenziehertrasse und nach Burg

Anbindung

Die eigentliche Bergbahntrasse ist noch nicht einmal 2,5 km lang. Sie hat jedoch eine wichtige Bedeutung als Bindeglied zwischen den Trassen des Bergischen Landes. Von der Korkenziehertrasse in Richtung der Trassen durchs Oberbergische, das Sauer- und das Siegerland führt an ihr kein Weg vorbei.

Zum Öffnen der Karte in GoogleMaps diese bitte direkt anklicken


Aus Richtung Korkenziehertrasse soll die Anbindung in Kürze ausgeschildert werden. Die Strecke führt durch die Eckstraße, wenige Meter die Baumstraße abwärts und dann nach links durch einen gerade ausgebauten Verbindungsweg in den früheren Botanischen Garten. Durch diesen geht es abwärts bis ins Tal und dann nach links in den Hippergrund. Am Ende der Strecke weiter durch die Theegartener Straße und dann rechts aufwärts durch den Zedernweg. Links durch die Straße Meigen und dann weiter aufwärts durch den Eibenweg. Dieser ist in den letzten Wochen ebenfalls ausgebaut worden und endet an einem Rastplatz mit wunderbarer Aussicht. Jetzt nach rechts und nach wenigen hundert Metern biegt man scharf links ins obere Ende der Bahntrasse ein.
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2,5 km; Anstieg 46 m, Abfahrt 35 m

In Müngsten gibt es verschiedene Möglichkeiten der Fortsetzung. Die detaillierte Beschreibung sprengt den Rahmen dieser Seite, deshalb hier die grobe Beschreibung mit den dazu gehörenden GPS (*.gpx und *.ovl) und Google Earth (*.klm)- Dateien von Süd nach Nord:

  • durchs Tal der Wupper bis Burg und dann über Schloss Burg Richtung Wermelskirchen. Diese Variante wird zur Zeit von der Bergischen Entwicklungsagentur, die federführend die Vernetzung des Bergischen Trassenverbunds koordiniert, favorisiert. Highlight dieser Streckenführung ist der Transport von Rädern mit der Seilbahn hinauf nach Schloss Burg, der nach erfolgten Umbaumaßnahme seit 1.4.2012 offiziell möglich ist.

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    11,1km; Anstieg 290 m, Abfahrt 95 m
    Landschaftlich reizvolle Strecke mit mäßigem Höhenunterschied und interessanten Zwischenstopp. Wenn man Schloss Burg besucht, sinnvoller Erhalt der gewonnenen Höhe. Bei Burg steiler Anstieg, Nutzung der Seilbahn  als besonderes Highlight möglich. Von Burg bis Wermelskirchen mäßiger, an Wochenenden auch stärkerer Autoverkehr. Erreicht in Wermelskirchen die Balkantrasse.

  • Durchs Tal der Wupper bis Burg und dann durchs Eschbachtal und über die Panzertalsperre zur Balkantrasse in Bergisch Born

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    17,2 km; Anstieg 434 m, Abfahrt 214 m
    Landschaftlich reizvolle Variante der Strecke über Burg. Im Eschbachtal mäßiger Autoverkehr ohne Radwege, es gibt teilweise einen nicht ausgeschilderten Waldweg parallel zur Straße, aber dort mäßiger Untergrund und zusätzliche Höhenmeter. Überwiegend moderate kontinuierliche Steigung. Trifft auf die Balkantrasse fast genau an der Abzweigung des Wasserquintett-Radwegs. Sehr gut geeignet für flotte Abfahrt in Gegenrichtung.

  • Durchs Morsbachtal und dann hinauf nach Remscheid Hasten. Hier erreicht man die Trasse des Werkzeugs und kann dann über Remscheid Hauptbahnhof weiter Richtung Lennep und Balkantrasse fahren.

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    12 km; Anstieg 256 m, Abfahrt 37 m
    Einbeziehung einer weiteren Bahntrasse (Trasse des Werkzeugs), Strecke mit relativ wenig Gesamthöhenunterschied. Im Morsbachtal etwa 2,5 km mit mäßigem Autoverkehr, in Remscheid ab Hauptbahnhof ziemlich unattraktive Fortsetzung. Höhenunterschied wird zu großen Teilen auf steiler Strecke über etwa 2,5 km erklommen.

  • Durchs Morsbachtal bis fast zur Morsbachquelle und dann über die Diepmannsbacher Straße nach Lennep.
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    14,6 km; Anstieg 329 m, Abfahrt 121 m
    Landschaftlich sehr reizvolle Strecke zum Nordende der Balkantrasse/ Wasserquintett-Radweg. Etwa 6 km Morsbachtalstraße mit mäßigem PKW-Verkehr ohne Radweg, dann sehr schöne Seitenstraßen und Wirtschaftswege. Sehr regelmäßiger kontinuierlicher Höhengewinn mit wenigen und kurzen steileren Anstiegen.

Die Strecken nach Burg sind oben unter Benutzung der Schwebefähre im Müngstner Brückenpark ausgewiesen. Man kann diese bei Eile, Überfüllung oder nicht in Betrieb befindlicher Fähre umfahren, in dem man direkt ab der Kreuzung der B 229 an der Einfahrt zum Brückenpark auf die andere Wupperseite fährt. Die Strecken verlängern sich dann um 200 m und bekommen etwa 35 Meter zusätzlicher Höhe aufwärts und abwärts.
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