Die Sambatrasse

aktualisiert Juni 2012

Karte

Eine Detailkarte gibt es auf dem Flyer, den ADFC und Wuppertal- Marketing im Juni 2012 frisch aufgelegt haben.

Geschichtliches

Der Original-Schienenbus war viele Jahre die Anbindung von Cronenberg ans Eisenbahnnetz. Er steht heute an der Sambatrasse nahe der Bergerhauser Straße.
Schienenbus

Von Wuppertal-Elberfeld über den Zoo, durchs Burgholz über Küllenhahn und Cronenfeld nach Cronenberg fuhr auf einer Stichstrecke der im Volksmund sogenannte Samba. Er bediente 9 Bahnhöfe: Elberfeld, Steinbeck, Hindenburgstraße, Boltenberg, Burgholz, Küllenhahn, Neuenhof, Cronenfeld und Cronenberg. Die auf Grund des großen Höhenunterschieds von rund 150 m relativ lange Streckenführung ließ die Fahrgastzahlen bei lange Zeit parallel fahrender Straßenbahn schon früh deutlich zurückgehen, und so ist es eher erstaunlich, dass die Strecke erst 1988 eingestellt wurde. Verschiedene Reaktivierungsversuche scheiterten in den 90er Jahren. Schon früh gab es auch die Idee, den Weg als Fuß und Radweg auszubauen, was aber erst mit Mitteln der Regionale 2006 finanzierbar wurde.

Die Strecke hat auch im Winter ihre Reize.

Der heutige Zustand

Ab dem ehemaligen Haltepunkt Hindenburgstraße bis zum Endbahnhof in Cronenberg ist die Strecke für 11 km zu einem 3,50 m breiten Fuß- und Radweg mit wassergebundener Decke in guter Qualität ausgebaut. Schon kurz nach dem Start passiert man das Highlight der Strecke, eine Brücke über die Erweiterung des Wuppertaler Zoos mit Einblicken in verschiedene Freigehege, unter anderem der Sibirischen Tiger und der Löwen. Der weitere Weg schlängelt sich durch ein ausgedehntes Waldgebiet, nur kurze Zeit parallel zu einer Schnellstraße, auf die Südhöhen der Stadt. Bis hier steigt der Weg etwa 6 km kontinuierlich mit rund 2% an, die Fortsetzung nach Cronenberg ist dann eben. Es gibt einige schöne Fernblicke. Die letzten zwei Kilometer führen durch das Siedlungsgebiet des Vororts.

Auf der ganzen Strecke kreuzt man eine Haupt- und drei Nebenstraßen sowie ein paar Waldwege, die Strecke selbst ist komplett Autofrei.  Bei gutem Wetter an Wochenenden sind einige Abschnitte sehr stark bevölkert, aber ein Durchkommen ist dem Rad ist immer möglich. An solchen Tagen empfiehlt sich nur für die flotte Talfahrt die unter den Touren beschriebene Alternative.

An drei Stellen auf der Sambatrasse finden sie übrigens von Frühjahr bis Herbst die orangefarbenen Infokästen des ADFC mit aktuellem Infomaterial.

Anbindung

Am ehemaligen Haltepunk Burgholz gibt es heute eine "Verpflegungsstation".

Die Sambatrasse stellt die mit Abstand einfachste Möglichkeit dar, die Wuppertaler Südhöhen per Fahrrad zu erreichen. Selbst ungeübte Fahrer oder Familien können die Strecke gut bewältigen. Der schwierigste Teil ist noch das Erreichen des Einstiegs aus dem Tal, da der Startpunkt am ehemaligen Haltepunkt Hindenburgstraße zwischen Schwarzer Weg und Eddastraße rund 50 m höher liegt als die Wupper. Hierhin gelangt man aus Richtung Elberfeld durch den Arrenberg oder entlang der Villa Media und dann durch den Schwarzen Weg. Aus Richtung Sonnborn/ Stadion nimmt man ab der Schwebebahnhaltestelle Zoo/Stadion die Siegfriedstrasse, Freyastraße und Eddastraße.  Auch bei Anreise mit der Bahn kommt man bei Ausstieg am S-Bahnhof "Wuppertal Zoologischer Garten" auf die Siegfriedstraße, der man bergauf folgt. Allerdings ist ab hier die Hälfte der Höhe bis zur Trasse schon überwunden. Beide Strecken, vor allem die aus Sonnborn, weisen kurzzeitig deutlich höhere Steigungen auf als die weitere Trasse. Beide Richtungen sind mit den roten Schildern des NRW-Wegenetzes ausgeschildert.

In Cronenberg endet die Strecke auf der Kuchhauser Straße. Folgt man dieser noch etwa 200 m in Fahrtrichtung, geht es nach links in die Lindenallee. Wenn man an der nächsten Kreuzung wieder rechts abbiegt, gelangt man durch die Kemmannstraße ins Ortszentrum Cronenberg.

Sehenswertes

Zoo Wuppertal

Einer der landschaftlich reizvollsten Tierparks in Deutschland ist der über 125 Jahre alte Zoo Wuppertal. Er erstreckt sich über einen Berghang in einem alten Parkgelände mit wunderschönen Bäumen. In den letzten Jahren ist die Zahl der gehaltenen Tiere zugunsten größerer und naturnaher Freigehege reduziert worden. Außerdem wurde das Gelände des Zoos erweitert (siehe Zoobrücke). Die neuesten Anlagen sind die Pinguinanlage mit Besucher-Unterwassertunnel und erweiterte Freigelände der Menschenaffenhäuser. Besonders beliebt sind auch die im Wuppertaler Zoo geborenen Elefanten-Jungtiere. 

Zoobrücke

Im Zuge der Zooerweiterung wurde das Gelände des Wuppertaler Zoos bis auf die andere Seite der Sambatrasse ausgedehnt. Der Radweg wird über eine neu erbaute Brücke über den Zoo hinweg geführt und ermöglicht Einblicke in die großen Freigehege von Löwen und sibirischen Tigern.

Arboretum Burgholz und Waldpädagogisches Zentrum

Südlich der Steigungsstrecke der Samba erstreckt sich im Staatsforst Burgholz ein besonderes Gebiet.  Im Arboretum gibt es über 100 verschiedene Nadel- und Laubbäume aus alle Welt. Das Waldpädagogische Zentrum des Landes NRW bietet viele fachbezogene Veranstaltungen und macht Angebote für Gruppen und Schulklassen.

Station Natur und Umwelt

In der Nahe des Bahnhofs Küllenhahn liegt an der Cronenberger Straße 375a die kommunale Station Natur und Umwelt. In unmittelbarer Nähe an der Jägerhofstraße liegt das große Naturlehrgebiet, in dem zurzeit auch der Neubau für die Station entsteht. Die Station ist in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden und bietet vielfältige Angebote zu Umweltbildung.

Manuelskotten

 

Der letzte noch  funktionsfähige Schleifkotten der Region liegt im Kaltenbachtal, direkt an der steilen, aber landschaftlich reizvollen Abfahrt von Cronenberg in die Kohlfurth. Der Manuelskotten ist ein besonderes und für die Industriegeschichte unserer Region typisches Industriedenkmal, dessen Besuch auf jeden Fall einmal lohnt.

Bergische Museumsbahn

Ein  letztes Teilstück des Bergischen Straßenbahnnetzes existiert noch heute. Von der Linie Elberfeld- Cronenberg- Solingen ist auf dem landschaftlich besonders reizvollen Abstieg von Cronenberg bis zur Wupper in Kohlfurth eine Museumsbahn entstanden. Die eingleisige Strecke führt durch Waldgebiete und entlang Einzelhöfen und Kleinbetrieben und überwindet auf relativ kurzer Strecke etwa 150 Höhenmeter. Das obere Ende der Strecke ist in Greuel, von der Bergerhauser Straße über die Greueler Straße erreichbar. Eine Verlängerung bis zur Möschenborn direkt an der Berghauser Straße wird angestrebt. Am unteren Ende im ehemaligen Straßenbahndepot gibt es ein Museum der Bergischen Museumsbahn. Auf der Strecke finden vor allem an Sommerwochenenden und am Nikolauswochenende Fahrten mit historischen Fahrzeugen statt. Ein Fahrradtransport wird im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten angeboten, der Museumsverein bemüht sich unserer Kenntnis nach auch, einen Fahrradanhänger aufzubauen.

Weitere interessante Links zur Sambatrasse

Eisenbahngeschichtliche Seite
Infoseite der Stadt Wuppertal
Baxtercycling-Diashow Sambatrasse
Einzelheiten über die ehemaligen Bahnstrecken auf Achim Bartoscheks Seite bahntrassenradeln.de

 

Tourenvorschläge

Titel Länge
GPS Die Täler im Süden
Rundkurs über Sambatrasse, Gelpe-, Morsbach- und Wuppertal. Abstecher nach Müngsten möglich.
30 km
GPS Samba-Wupper-Runde
Rundkurs über Sambatrasse und durchs Wuppertal
20 km
GPS Zoorunde
kurze Rundtour durchs Burgholz mit Zoobrücke, schönem Aussichtspunkt übers Stadtgebiet und viel Wald
10 km

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