Die erste Tagesreise führt uns mit dem DB-Wochenendticket zu 34 € durch das Rheintal und den Schwarzwald nach Donaueschingen. Die Umsteigebahnhöfe der Strecke sind dank genügend großer Fahrstühle auch mit dem Rad leicht zu bewältigen.

Die Donau beginnt bei km 2840 (!) an einem schön gefassten Quellbrunnen im fürstenbergischen Schlossgarten zu Donaueschingen. Wo Breg und Brigach zusammenfließen führt das junge Wasser auch den neuen Namen! Dies ist der Startpunkt unserer 600 km langen Radwandertour bis zur Dreiflüssestadt Passau.

In weit geschwungenen Mäandern radeln wir in saftigen Wiesenauen den Juraausläufern der schwäbischen Alb entgegen, bis die junge Donau gänzlich in ausgewaschenen Kalkhöhlen Richtung Bodensee verschwunden ist. Ihr Steinbett füllt sich nach etlichen Kilometern erneut und windet sich nun durch die hoch aufragenden Kalkfelsen der Alb von Fridingen bis Sigmaringen. Die landschaftlich wunderschönen Talschleifen entschädigen für ein paar Steigungen.

Zwischen Sigmaringen und Ulm machen wir einen Abstecher durch das Blautal, um den berühmt-berüchtigten Blauquelltopf in Blaubeuren zu sehen. Die Blau führt uns auf verschlungenen Wegen durch Ulm zurück an die Donau. In schwindeliger Höhe unter der Turmblume des Ulmer Münsters folgt unser Blick der Donau vom Startplatz des Ulmer Schneiders, der bereits 1811 als Ikarus sich über die Donau schwingen wollte, Richtung Nordosten wo die Flusswindungen im Dunst verschwinden. Wir verlassen die Geburtsstadt Einsteins und radeln am Donauufer weiter nach Günzburg, Donauwörth, Ingolstadt.

Die alte Festungsstadt Ingolstadt mit ihren Ringwällen erkunden wir per Rad. Die Rokokokirche Maria de Victoria erleben wir mit einer spanischen Hochzeit. 25 Kilometer kreuz und quer durch die Altstadt sind ganz ohne Gepäck ein abwechslungsreiches Tagespensum.

Am nächsten Tag geht es weiter zum Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg. Natürlich gibt es dort ein kerniges Klosterbier, nach dem ältesten Braurecht überhaupt. Auch wer den Anstieg zum Höhenweg als gut trainierter Radler schafft, sollte die Fahrt von Weltenburg nach Kelheim mit den schmalen langen Flussbooten unternehmen, um im Morgenlicht die Naturbilder an den steilen Felsklüften zu sehen. Ein Besuch der Befreiungshalle am Michelsberg über der Kelheimer Altstadt erinnert an die vielen Schlachten gegen Napoleon bis zum Schlusspunkt Waterloo. Vom Westen her fließt das Wasser der Altmühl in die Donau, die von hier aus schiffbar ist.

Regensburg ist erreicht: Ein wirklich mittelalterlicher Stadtkern mit engen, willkommen kühlen Gassen - bei hochsommerlichen Temperaturen – zeigt uns sein fast südländisches Flair. Im alten Rathaus versetzt uns eine echte Folterkammer mit Zellen unter vergitterten Fußbodenöffnungen in mittelalterliche Denkweisen. Im Obergeschoss tagte der immerwährende Reichstag der deutschen Fürsten. Nach Überquerung der Steinernen Brücke aus dem 12. Jh. erwartet uns am Ufer einer weiten Donauschleife die Walhalla, ein von Ludwig I gestifteter Tempel berühmter deutscher Geister aus germanischer Urzeit bis Sophie Scholl.

Hinter Straubing übernachten wir auf einem schönen Bauernhof. Eine alte Bekannte hören wir vor und nach Deggendorf: Unsere A3. Nach einer der vielen Staustufen begleitet uns in die Passauer Innenstadt eine weitere Bekannte: Die B8. Direkt am Donauufer finden wir das berühmte Kabinenhotel Rotel Inn, gestaltet als liegender Mann am Donauufer, innen bewohnen wir eine Kabine wie auf einem Flussdampfer. Zwei Tage in der Drei-Flüsse-Stadt (Donau, Ilz und Inn) sind ein guter Schlusspunkt einer 14-tägigen Donaureise.

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