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Radschnellwege: Abendlicher Gedankenaustausch im Frühstücksraum

26.01.13
Kategorie: Verkehrspolitik, Neuss, Düsseldorf, Ratingen

Mehr als 20 Interessierte kamen zum ersten verkehrspoltischen Abend am 23. Janaur in Neuss, um sich über Radschnellwege zu informieren.

Vereinsaktive, Politiker und Planungsexperten waren der Einladung des ADFC Rhein-Kreis Neuss gefolgt, über das Projekt Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Ratingen zu diskutieren. Dass zufällig am gleichen Tag das Verkehrsministerium des Landes NRW offiziell den Planungswettbewerb für fünf Radschnellwege gestartet hatte, zeigt, wie hoch das Thema derzeit auf der verkehrspolitischen Agenda steht. Wegen des regen Interesses war die Veranstaltung von der ADFC-Geschäftsstelle in den Frühstücksraum des nahegelegenen Hotels Binnewies verlegt worden, wo mehr Platz zur Verfügung stand.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema Radschnellwege stellten Heribert Adamsky vom ADFC Rhein-Kreis Neuss und Rüdiger Heumann vom ADFC Düsseldorf die Vorschläge ihrer Kreisverbände für einen Radschnellwege Neuss-Düsseldorf-Ratingen vor. Leitgedanken für die abgestimmten Routenvorschläge waren: Kurze und direkte Wege, kreuzungsfreie Führung, Platz zum Überholen und geringe Steigungen. Denn die Kriterien des Verkehrsministeriums definieren Radschnellwege als vier Meter breite Vorfahrtstraßen für den Radverkehr, die attraktiv genug sein müssen, um möglichst viele Berufspendler vom Auto auf das Fahrrad zu locken.

Der Planungswettbewerb schreibt vor, dass sich mindestens zwei benachbarte Städte zusammentun müssen, um an der Ausschreiben teilnehmen zu können. Allein zwischen Neuss und Düsseldorf sind täglich 25000 Pendler unterwegs, das ist der größte Pendlerstrom im Umland der Landeshauptstadt, gefolgt von Ratingen, Duisburg und Köln mit je 20000. Daher ist für die ADFC-Kreisverbände Neuss, Düsseldorf und Mettmann eine diagonale Route von Neuss über den Rhein durch die Düsseldorfer Innenstadt nach Ratingen eindeutiger Favorit für einen Radschnellweg im Ballungsraum der Landeshauptstadt.

Der Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Ratingen hat das Potenzial, nicht nur in Düsseldorf eine neue leistungsfähige Achse zu schaffen, sondern auch in Neuss und in Ratingen die inerstädtischen Infrastruktur für den Radverkehr zu verbessern. Darüber hinaus verspricht sich der ADFC auch Impulse für bessere Verbindungen in den linksrheinischen Raum. Mit der im Westen der Neusser City verlaufenden Nordkanalroute als Rückrrat sind Fortführungen des Radschnellweges nach Kaarst/Willich, nach Mönchengladbach und in die südlichen Neusser Stadtteile sowie nach Grevenbroich möglich. Und über die Kölner Straße und die B9 bietet sich eine Fortführung nach Süden an.

Der ADFC begrüßt das große Interesse, das Politik und Verwaltung an dem Projekt zeigen. Der Planungsausschuss der Stadt Neuss hat Ende vergangenen Jahres den Startschuss für konkrete Gespräche mit der Stadt Düsseldorf gegeben. Nun ist ist die Regionale Arbeitsgemeinschaft der Stadt Düsseldorf und der Kreise Mettmann und Rhein-Kreis Neuss an der Reihe, der Projekt mit voranzutreiben. Der ADFC steht für die beteiligten Institutionen mit seiner Sach- und Ortskenntnis jederzeit zur Verfügung und fordert sie auf, die Bewerbung nachhaltig zu verfolgen. Denn wir glauben, dass der Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Ratingen einen echten Verkehrs-Mehrwert schaffen kann und zu den ausrichtsreichsten Kandidaten in unserem Regierungsbezirk gehört.

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